Etihad First Class im A380 (AUH–CDG): eine Suite, ein Bett und eine Dusche
Nach unserem Flug von Singapur in der Etihad Residence setzen wir unsere Reise von Abu Dhabi nach Paris fort, weiterhin an Bord des Airbus A380.
Diesmal begeben wir uns jedoch nicht direkt ganz nach vorne in unsere eigene fliegende Wohnung. Oh je. Wir reisen „nur“ in der Standard-First-Class 😅
Der Begriff „Standard“ ist natürlich sehr relativ. Das Etihad First Apartment gehört zu den geräumigsten First-Class-Angeboten der Welt. Es verfügt über einen separaten Sessel und ein Bett sowie eine eigene Minibar, und die Passagiere können während des Fluges sogar duschen.
Eigentlich gefällt mir das Apartment selbst ein bisschen besser als die Allegris First Class der Lufthansa. Was das Essen und den Service der Crew insgesamt angeht, hat die Lufthansa jedoch die Nase vorn. Und das ist kein besonders knapper Wettkampf.
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Direkt von der Flughafen-Lounge ins Flugzeug
Wir verbringen unseren nächtlichen Zwischenstopp in der sehr geräumigen Etihad First-Class-Lounge in Abu Dhabi.
Sie bietet viel Privatsphäre, was wir zu diesem Zeitpunkt vielleicht sogar noch mehr schätzen als das Essen oder den teuren Alkohol. Es war eine lange Reise, und wir dösen beide gerade ein.
Als es Zeit zum Einsteigen ist, holt uns ein Mitarbeiter von Etihad ab und bringt uns direkt zum Gate, das sich direkt von der Lounge aus erreichen lässt.
Man muss nicht nach dem Abfluggate suchen oder in einer Schlange stehen.
Vom Lounge-Sofa aus gelangen wir fast im Schlaf in unsere Suite im Flugzeug.
Welche Sitzplätze man wählen sollte, wenn man als Paar reist
Etihad verfügt über neun First-Class-Suiten sowie eine „Residence“ auf dem Oberdeck des A380.
Da wir als Paar reisen, habe ich die Sitze 3A und 4A im Voraus gebucht. Die beiden Sitze 3K und 4K auf der gegenüberliegenden Seite der Kabine funktionieren auf die gleiche Weise.
Der Sitz in der dritten Reihe ist nach hinten ausgerichtet, während die vierte Reihe nach vorne zeigt. Ich war noch nie rückwärts fliegend geflogen, daher war dies auch in dieser Hinsicht eine Premiere für mich.
Letztendlich war es aber keine große Sache. Ich habe überhaupt keinen Unterschied bemerkt.
Zwischen den Suiten lässt sich eine Trennwand einschieben, sodass die Betten dann teilweise nebeneinander liegen. Die Trennwand lässt sich jedoch nur bis etwa auf Kopf- und Oberkörperhöhe öffnen. Es entsteht somit kein klassisches Doppelbett wie in der Residence.
Dennoch sind 3A und 4A oder 3K und 4K eindeutig die beste Wahl für ein Paar – wir konnten uns fast den gesamten Flug über unterhalten.
Wenn man sich zum Schlafen fertig macht, kann man wählen, ob man die Trennwand herunterlassen oder vollständige Privatsphäre haben möchte, sodass der Partner auf dem benachbarten Sitz gar nicht merkt, dass man da ist.
Sessel und separates Bett: First Class Apartment
Ich weiß bereits von meinem letzten Flug, wie die First-Class-Kabine aussieht.
Dennoch freue ich mich auf einen detaillierten Rundgang durch das First-Class-Apartment aus nächster Nähe. Auf dem Flug mit Residence hatten wir beim Vorbeigehen nur einen kurzen Blick auf die „normalen“ First-Class-Sitze werfen können.
Der größte Vorteil des First-Class-Apartments ist der Platz. Man sitzt nicht in einem Sitz, der sich später in eine flache Position zurücklehnen lässt.
Man hat einen bequemen Ledersessel und daneben eine lange Bank, aus der das Kabinenpersonal auf Wunsch jederzeit während des Fluges ein separates Bett herrichtet.
Der Sessel ist äußerst bequem und lässt sich in eine fast horizontale Position zurücklehnen.
Die Suite verfügt außerdem über eine Minibar, einen eigenen Schminktisch mit Spiegel und reichlich Stauraum.
Sobald die Tür geschlossen ist, ist man vom Gang aus praktisch nicht mehr zu sehen. Allerdings reichen die Wände nicht wie in der Allegris First Class der Lufthansa vom Boden bis zur Decke.
Die Privatsphäre ist also nicht zu 100 Prozent gewährleistet. Sagen wir 95 Prozent – was immer noch ausreicht, um vergessen zu lassen, dass andere Menschen um einen herum reisen.
Im Vergleich zur älteren Version der Emirates First Class aus derselben Zeit hat Etihad eindeutig die Nase vorn. Die Suite ist größer, geräumiger, und das separate Bett funktioniert viel besser als ein herkömmlicher Sitz, der sich flach umklappen lässt.
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WLAN und Ausstattung der Suite
Neben dem Sitz befindet sich eine Universalsteckdose, und USB-Anschlüsse sind unauffällig in der Wand über der Armlehne versteckt.
Es gibt keine kabellose Lademöglichkeit, und hier macht sich das Alter der Kabine ein wenig bemerkbar.
Wir erhalten die obligatorische, riesige kleine Tasche mit einem Amenity-Kit, und im Spiegelfach innerhalb der Suite selbst befinden sich weitere Toilettenartikel.
Hausschuhe, eine Decke und ein komplettes Bettwäscheset werden natürlich bereitgestellt.
Auf diesem Flug steht den Passagieren der First Class außerdem kostenloses Internet zur Verfügung.
Es funktioniert recht zuverlässig und ist relativ schnell. Zum Streamen von Videos reicht es wahrscheinlich nicht ganz aus, für die tägliche Arbeit ist es jedoch ausreichend.
Der Service verläuft nach unserem Zeitplan – wir beginnen mit einem Begrüßungsgetränk
Bevor es losgeht, werden uns arabischer Kaffee, Datteln und ein Begrüßungsgetränk unserer Wahl aus der Getränkekarte serviert.
Die Flugbegleiterin fragt sofort, welche Art von Service wir wünschen und wann die einzelnen Mahlzeiten serviert werden sollen. Außerdem bietet sie an, eine Dusche für uns zu buchen.
Für die neun Passagiere der First Class steht eine Gemeinschaftsdusche zur Verfügung. Die Residence-Klasse verfügt über ein eigenes Badezimmer, sodass deren Passagiere diese Dusche nicht nutzen.
Ich habe bereits auf meinem vorherigen Flug in der Residence geduscht. Ja, das ist ein Satz, den ich wahrscheinlich nicht sehr oft sagen werde. Meine Freundin bucht die Dusche direkt nach dem Abendessen.
Der Serviceist deutlich schneller als auf dem vorherigen Flug aus Singapur.
Auf einem kurzen Nachtflug ist das ein großer Vorteil. Die Crew zieht nichts unnötig in die Länge, sodass uns mehr Zeit zum Schlafen bleibt.
Kaviar, Müsli und kein üppiges Festmahl
Das Nachtmenü ist leichter als auf dem vorherigen Flugabschnitt. Das macht Sinn, da die meisten Passagiere einfach nur essen und so schnell wie möglich einschlafen wollen.
Trotzdem lasse ich mir den legendären Kaviar-Service natürlich nicht entgehen. Wenn man schon in der First Class sitzt, sollte man zumindest ein paar Prinzipien haben. Okay, das klingt ein bisschen snobistisch, aber ich kann einfach nicht anders. Dieser Kaviar ist einfach genial!
Danach entscheide ich mich für Joghurt mit Müsli. Das klingt zwar nicht nach einer Mahlzeit, für die man ein First-Class-Ticket kaufen würde, aber es war tatsächlich hervorragend. Genau das, was ich mir auf einem Nachtflug gewünscht habe.
Insgesamt würde ich das Essen als gut bewerten, aber es ist kein kulinarisches Wunder.
Das liegt zum Teil an der Zusammenstellung des Nachtmenüs, doch in dieser Hinsicht hat für mich Lufthansa Allegris die Nase vorn.
Dusche und Vorbereitung fürs Bett
Nach dem Abendessen geht meine Freundin duschen, während das Kabinenpersonal beide Betten herrichtet.
Wir trinken noch etwas zusammen und schlafen dann endlich ein.
Das Bett ist breit, bequem und deutlich besser als die meisten Betten, die man durch das Ausklappen eines normalen Sofasitzes erhält.
Es ist zwar kein Luxushotel, aber nach meinem letzten Flug sind meine Ansprüche vielleicht etwas unrealistisch hoch.
Wir schlafen beide gut, was bei einem Nachtflug wie diesem letztendlich wichtiger ist als die Anzahl der Gänge beim Abendessen.
Frühstück vor Paris
Kurz vor der Landung wird uns das Frühstück serviert. Ich entscheide mich für ein Omelett, das zwar gut ist, aber auch hier gilt: Es ist nichts, woran ich mich noch Jahre später erinnern werde.
Zum Abschluss erhalten wir eine Spezialität des Hauses aus Schokolade und eine kleine Tasse arabischen Kaffee, die den Namen eines der neuen Reiseziele von Etihad trägt.
Eine nette kleine Geste, die mir mehr gefallen hat als das x-te 08/15-Kulturbeutelchen.
Etihad, Lufthansa oder Emirates?
Bisher habe ich erst drei echte First-Class-Erlebnisse gehabt.
Mein Vergleich ist ziemlich eindeutig:
- Etihad First Apartment im Vergleich zu Lufthansa Allegris: Etihad bietet eine geräumigere Suite, ein separates Bett und eine Dusche. Lufthansa bietet mehr Privatsphäre, besseres Essen und einen deutlich persönlicheren Service.
- Etihad im Vergleich zur älteren Emirates First Class: Etihad gewinnt in praktisch jeder Hinsicht, insbesondere was den Platz und die Gestaltung des Bettes angeht.
- Etihad First Apartment im Vergleich zu „The Residence“: Das First Apartment ist ein fantastisches First-Class-Erlebnis. „The Residence“ spielt jedoch in einer ganz anderen Liga.
Die Etihad-Crew war absolut professionell und der Service war makellos.
Ich habe mir allerdings etwas mehr Natürlichkeit und Menschlichkeit gewünscht. Bei Lufthansa hatte ich das Gefühl, dass sich die Crew wirklich um uns gekümmert hat. Bei Etihad war zwar alles perfekt, wirkte aber gleichzeitig etwas distanziert.
Lohnt sich das Etihad First Apartment?
Ja. Wenn es Ihr Traum ist, in der First Class zu fliegen, dann ist das Etihad First Apartment eines der besten Erlebnisse, die Sie haben können.
Es ist außergewöhnlich geräumig, das Bett ist vom Sessel getrennt, und die Dusche an Bord ist nach wie vor ein einzigartiges Erlebnis.
Flüge mit Etihad Airways suchen
Wenn man als Paar reist, würde ich auf jeden Fall die Sitze 3A und 4A oder 3K und 4K wählen. Auf dem Nachtflug schätzte ich zudem den zügigen Service und versuchte nicht, die verfügbare Zeit auf eine fünfstündige Verkostung auszudehnen.
Achten Sie bei der Buchung unbedingt auf den Flugzeugtyp. Das „First Apartment“ ist nur im Airbus A380 verfügbar. Die First Class von Etihad sieht in anderen Flugzeugtypen anders aus – sie ist weniger geräumig.
Wenn Sie mit einem anderen Flugzeug als dem Airbus A380 fliegen, ist es möglicherweise sinnvoller, die Business Class zu buchen, die ebenfalls viel Privatsphäre bietet:
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