Air France Business Class im A220 von Prag nach Paris vor der Weiterreise nach Mexiko

Business-Class-Kabine

Der Flug von Prag nach Paris war die erste Etappe einer längeren Reise nach Mexiko. Wir flogen die Strecke Prag–Paris–Mexiko-Stadt, wobei ich den Hauptteil der Reise – den Flug mit Air France in der Business Class von Paris nach Mexiko – für eine separate Bewertung aufheben werde.

Dennoch ist auch dieser kurze Europa-Flug erwähnenswert.

Nicht, weil es ein außergewöhnliches Erlebnis war. Ganz im Gegenteil, um genau zu sein.

Er veranschaulicht perfekt, was Business-Class in Europa heutzutage oft bedeutet: ein Standardsitzplatz, ein freier Platz neben einem, schnelleres Einchecken, etwas zu essen. Und es wirft die Frage auf, warum die regionale Business-Class in Europa im Vergleich zum Rest der Welt so schlecht ist.

Warum wir Business Class geflogen sind

Der Flug war Teil einer fast einmonatigen Reise nach Mexiko mit meiner Freundin. Geplant war, Mexiko-Stadt, die Riviera Maya und weitere Orte in Yucatán zu besuchen.

Ich habe die Tickets nicht wie üblich mit Bargeld bezahlt, sondern mit Meilen aus dem Flying-Blue-Programm.

Für Mexiko-Stadt gab es ein Sonderangebot von 55.000 Meilen pro Person und Strecke in der Business Class, was für einen Langstreckenflug ein guter Preis ist.

Die Gebühren waren allerdings etwas enttäuschend. Sie beliefen sich auf 403 Euro pro Person, was nicht gerade günstig ist. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten, der Meilen und der Frage, ob sich ein solches Ticket gelohnt hat, hebe ich mir für meinen Bericht über den Langstreckenflug von Paris nach Mexiko-Stadt auf.

Check-in in Prag: schnell und unkompliziert

Am Prager Flughafen lief alles reibungslos.

Die Business Class hatte einen eigenen Priority-Schalter, und es war überhaupt niemand vor uns. Der Check-in dauerte daher buchstäblich zwei Minuten.

Ein weiterer Vorteil der Business Class ist die beschleunigte Sicherheitskontrolle. Am Terminal 2 in Prag macht das zwar in der Regel keinen großen Unterschied, aber es ist trotzdem angenehm, schneller und ohne unnötiges Warten durch die Sicherheitskontrolle zu kommen.

Vor dem Abflug schauten wir noch kurz in der Erste Premier Lounge vorbei.

Da es die einzige Lounge im Terminal 2 ist, findet man dort nicht viel Ruhe und Frieden. Aber für eine kleine Erfrischung ist die Lounge völlig in Ordnung.

Das Boarding erfolgte streng nach Zonen, sodass wir zu den Ersten gehörten, die an Bord gingen.

Sitzplatz: klassische europäische Business Class

Wir flogenmit einem Airbus A220-300 auf der Strecke Prag–Paris.

Der Business-Class-Sitz selbst entspricht einem klassischen europäischen Standard. Mit anderen Worten: kein breiterer Sitz, kein deutlich höherer Komfort und keine Besonderheit, an die man eine Woche nach dem Flug noch denken würde.

In der Praxis sitzt man also in einem Standardsitz, genau wie in der Economy-Klasse, nur dass einem ein freier Platz neben sich garantiert ist.

Der Sitzabstand und der Neigungswinkel der Rückenlehnesind dieselben wie in der Economy-Klasse:

  • Sitzabstand: 76 cm
  • Sitzbreite: 47 cm
  • Neigungswinkel: 28°

Das ist das Hauptproblem der europäischen Business Class im Allgemeinen. Auf dem Papier fliegt man Business Class. In Wirklichkeit sitzt man jedoch auf einem Economy-Sitz, hat nur etwas mehr Privatsphäre.

Auf einem kurzen Anschlussflug nach Paris vor einem Langstreckenflug ist das durchaus erträglich.

Aber wenn man nur die Strecke Prag–Paris in der Business Class zu einem hohen Aufpreis buchen würde, fiele es mir schwer, einen Grund dafür zu finden.

Der Sitz selbst ist eigentlich genau derselbe wie in der Economy-Klasse, verfügt aber über ein paar praktische Funktionen:

  • eine Halterung für ein Handy oder Tablet
  • eine verstellbare Kopfstütze
  • USB-A- und USB-C-Anschlüsse

Passagiere der Business Class verfügen über eine eigene Toilette, die Passagieren der Economy Class nicht zur Nutzung gestattet ist.

Die Kabinen sind während des Fluges durch einen Vorhang voneinander getrennt.

Verpflegung: eine kalte Platte und kein Begrüßungsgetränk

Die größte Enttäuschung waren für mich die Erfrischungen.

Zugegeben, in der europäischen Business Class kann man keine Haute Cuisine erwarten. Schließlich handelt es sich immer noch um einen Kurzstreckenflug innerhalb Europas.

Doch selbst gemessen an diesen niedrigen Erwartungen wirkte der Service von Air France eher durchschnittlich.

Persönlich hätte ich mir auf einem anderthalbstündigen Flug vielleicht sogar eine warme Mahlzeit oder zumindest eine Speisekarte mit mehreren Auswahlmöglichkeiten erwartet.

Stattdessen wurde uns lediglich eine kalte Platte mit einem kleinen Dessert serviert. Keine Auswahl aus mehreren Optionen. Dazu gab es natürlich eine unbegrenzte Auswahl an alkoholischen und alkoholfreien Getränken.

Es gab nicht einmal ein Begrüßungsgetränk oder ein paar Nüsse vor dem Start. Das ist zwar nur ein kleines Detail, aber der erste Eindruck ist besonders wichtig, vor allem in der Business Class.

Anstelle einer warmen Stoffserviette bekamen wir lediglich eine Packung Papierservietten. Auch das ist nur ein kleines Detail, aber Sie wissen ja, wie das ist … der erste Eindruck.

Umsteigen in Paris: Der Fast Track bei der Passkontrolle ist sehr praktisch

Nach unserer Ankunft in Paris setzten wir unseren Langstreckenflug nach Mexiko-Stadt fort.

Und hier erwies sich die Business Class als weitaus nützlicher als noch während des Fluges von Prag aus.

Beim Umsteigen am Flughafen Charles de Gaulle können Business-Class-Passagiere die „SkyPriority“-Schnellspur bei der Passkontrolle nutzen.

Dies ist ein sehr willkommener Vorteil bei Langstreckenflügen außerhalb des Schengen-Raums, da die Warteschlangen in Paris unvorhersehbar sein können.

Wir hatten dieses Mal Glück und der Bereich der Passkontrolle war völlig leer, aber das ist am CDG eher die Ausnahme.

Beim Umsteigen auf einen Langstreckenflug ist dies einer der Punkte, die wirklich den Unterschied ausmachen. Nicht eine kalte Mahlzeit an Bord, nicht ein freier Mittelsitz, sondern ein schnellerer und entspannterer Durchlauf durch den Flughafen.

Lohnt sich die Air-France-Business-Class von Prag nach Paris?

Für sich genommen? Definitiv nicht.

Denn der Unterschied zwischen Economy- und Business-Class ist gering:

  Business Economy
Sitzplatz Garantierter Sitzplatz neben dem gleichen Typ wie in der Business-Klasse
Mahlzeiten Kaltes Buffet, Getränke nach Belieben kleiner Snack + Wasser
Aufgegebenes Gepäck 2 x 32 kg nur gegen Gebühr
Handgepäck 2 x Standard + 1 persönlicher Gegenstand nur 1 persönlicher Gegenstand

Im Preis eines Langstrecken-Business-Class-Tickets enthalten? Ja, jedoch hauptsächlich, um einen reibungslosen Anschluss an Ihren Langstreckenflug, die Gepäckabfertigung, Vorzugsleistungen und einen komfortableren Transfer in Paris zu gewährleisten.

Der Flug Prag–Paris selbst in der Air France Business Class hat mich nicht besonders beeindruckt. Der Sitz ist ein klassischer europäischer Business-Class-Sitz, das Catering war etwas glanzlos, und das Gesamterlebnis wirkte eher durchschnittlich.

Andererseits kann man mit Fug und Recht sagen, dass dieser Flug nicht der Hauptgrund war, warum wir in der Business Class geflogen sind. Der Hauptvorteil war die Langstreckenetappe von Paris nach Mexiko-Stadt, die ich separat bewerten werde.

Die einzige Situation, in der ein Flug in der Business Class auf einer innereuropäischen Strecke Sinn machen könnte, ist, wenn man zwei Stück aufgegebenes Gepäck mitnehmen muss.

Vor- und Nachteile

Was gut war

  • Schneller Check-in in Prag ohne Wartezeiten
  • Schneller Durchgang durch die Sicherheitskontrolle
  • Sitzplätze nebeneinander
  • Schneller Durchgang durch die Passkontrolle beim Umsteigen in Paris

Was hätte besser sein können

  • ein typischer europäischer Sitzplatz, der wenig Komfort bot
  • nur kalte Snacks
  • kein Begrüßungsgetränk
  • Das Bordpersonal war eher kühl und nicht besonders zuvorkommend

Gesamtbewertung

Darauf habe ich bereits in mehreren Bewertungen zu europäischen Business-Class-Flügen hingewiesen.

Ich bin enttäuscht, dass sich die Fluggesellschaften in Europa fast gar keine Mühe geben, an Bord auch nur ansatzweise ein interessantes Business-Class-Angebot zu schaffen.

Die einzige nennenswerte Ausnahme bildet Turkish Airlines, mit der wir auf dem Rückflug geflogen sind.

Mir ist jedoch noch keine andere europäische Fluggesellschaft bekannt, die sich bemüht hätte, einen guten Business-Class-Service auf Regionalflügen anzubieten. Und Air France bildet da keine Ausnahme.

Im Gegenteil, ich würde sagen, sie ist eher ein durchschnittlicher, mittelmäßiger Anbieter. Wie schade.

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