Die „Sniper Alley“ ist kein einzelnes, genau definiertes Wahrzeichen. Dieser Spitzname wurde der Hauptstraße „Zmaja od Bosne“ und ihrer Verlängerung, dem „Bulevar Meše Selimovića“, während der Belagerung von Sarajevo gegeben.

Heute ist es eine belebte, ganz gewöhnliche Straße, auf der Straßenbahnen verkehren. Ohne Kenntnis ihrer Geschichte könnte man direkt daran vorbeigehen, ohne dass sie einem auffällt.

Am besten lässt sich die Gegend bei einem kurzen Spaziergang durch das Viertel Marijin Dvor erkunden, verbunden mit einem Besuch im Historischen Museum.

Warum wurde die Straße „Sniper Alley“ genannt?

Während der Belagerung von Sarajevo zwischen 1992 und 1996 war diese breite, offene Allee dem Beschuss aus Stellungen der bosnisch-serbischen Armee im nahegelegenen Grbavica und auf den umliegenden Hügeln ausgesetzt.

Dennoch hatten die Menschen keine andere Wahl, als die Straße weiterhin zu nutzen. Sie führte zu Wohngebieten, wichtigen Einrichtungen und weiter zum Flughafen.

Deshalb rannten die Menschen über ungeschützte Abschnitte, suchten Deckung hinter provisorischen Barrikaden oder nutzten gepanzerte Fahrzeuge der UNO als mobilen Schutz.

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien bestätigte später, dass die Scharfschützenangriffe auf die Zivilbevölkerung von Sarajevo Teil einer Kampagne waren, die darauf abzielte, Angst in der Bevölkerung zu schüren.

Die genaue Zahl der Opfer auf dieser Allee selbst ist unbekannt. Die oft zitierten Statistiken beziehen sich auf Scharfschützen in ganz Sarajevo, nicht nur auf die „Sniper Alley“.

Was Sie heute sehen werden

Erwarten Sie kein Denkmal, kein Eingangstor und keinen ausgeschilderten Touristenweg. Die meisten beschädigten Gebäude wurden repariert, und nur wenige Fassaden weisen noch Spuren der Schüsse auf.

Am interessantesten ist die Gegend rund um das gelbe „Holiday Hotel“, in dem während der Belagerung ausländische Journalisten untergebracht waren.

In der Nähe befinden sich das Parlamentsgebäude, die beiden UNITIC-Hochhäuser, das Nationalmuseum und das Geschichtsmuseum. Gerade dieser Bereich gehörte zu den gefährlichsten Abschnitten der gesamten Straße.

Bevor Sie Ihren Spaziergang beginnen, empfehlen wir Ihnen, einen Blick in das Fotoarchiv der „Sniper Alley“ zu werfen. Historische Aufnahmen und die Berichte der Fotografen helfen dabei, diese Straße – die heute ganz gewöhnlich wirkt – in ihren Kontext einzuordnen.

Empfohlene Route

Beginnen Sie am Holiday Hotel an der Haltestelle „Marijin Dvor“. Werfen Sie einen Blick auf das Parlamentsgebäude und gehen Sie weiter am Nationalmuseum und am Historischen Museum vorbei in westlicher Richtung bis zur Straßenbahnhaltestelle „Socijalno“.

Die Strecke auf Google Maps ist etwa 1,5 km lang und dauert ohne Zwischenstopps 20 bis 30 Minuten zu Fuß.

Den historischen Kontext vermittelt am besten die Dauerausstellung „Besieged Sarajevo“ im Historischen Museum. Anhand von Fotos, Dokumenten und Alltagsgegenständen veranschaulicht sie das tägliche Leben der Einwohner ohne Strom, Wasser oder Heizung.

Das Museum ist täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, und eine Eintrittskarte für Erwachsene kostet 10 BAM. Planen Sie für die gesamte Route einschließlich eines Museumsbesuchs etwa 1½ bis 2 Stunden ein.

Eine weitere Gedenkstätte zur Belagerung der Stadt ist der „Tunnel der Rettung“, der sich allerdings auf der anderen Seite des Flughafens befindet.

Was es in der Umgebung zu sehen gibt

Entdecken Sie alle Sehenswürdigkeiten in Sarajevo.

Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten, an denen unser Redaktionsteam möglicherweise Provisionen verdient, wenn Sie auf den Link klicken. Siehe unsere Seite zur Werbepolitik.

Gibt es noch Fragen?

Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu diesem Artikel haben...

0 Kommentare

Anmeldung bei Cestee

... die weltweite Reise-Community

Weiter mit Facebook

Haben Sie noch kein Reisekonto? Anmelden